Foto von Patrick

Ticket-Erstattung: Warum Fans bei Konzertabsagen immer draufzahlen

Foto von Patrick

Dies ist ein persönlicher Kommentar und zwar einer, der aus einer Erfahrung entsteht, die viele Konzertgänger nur allzu gut kennen. Man kauft teure Tickets, freut sich auf das Event, und am Ende steht man nicht nur ohne Konzert da, sondern auch ohne einen Teil seines Geldes. Genau das ist mir passiert und es zeigt wieder einmal, wie unfair das System der Tickethändler für Verbraucher funktioniert und wie ich trotzdem zu einer Ticket-Erstattung kam.

Es ist jedes Mal dasselbe Spiel: Man kauft teuer Konzerttickets, freut sich wochen- oder monatelang und wenn ein Event abgesagt wird, beginnt der eigentliche Stress erst. In meinem Fall wurde das Konzert erst verschoben, dann komplett gestrichen. Die Erstattung kam zwar, aber natürlich ohne Gebühren. Bei über 300 € Ticketpreis wurden mir 16 € einfach einbehalten. Dazu kamen die Versandkosten sowie der Einschreibebrief, den ich aus eigener Tasche zahlen musste, nur um überhaupt eine Rückerstattung zu erhalten.

Und das Absurde daran: Der Veranstalter ist gegen solche Ausfälle versichert. Trotzdem lässt man die Kunden zahlen. Selbst bei Absagen verdienen die Händler also noch mit. Ein Geschäftsmodell, das immer schamloser wirkt.

Das ist leider kein Einzelfall. Ich hatte schon Situationen, in denen der Tickethändler (Ticketmaster) behauptete, mein Einschreiben sei nie angekommen, bis ich die Rückantwort des Einschreibens als Foto geschickt habe. Erst dann hat man es plötzlich gefunden und es gab das Geld. Die Verbraucherzentrale hat längst Leitlinien und Urteile dazu veröffentlicht, aber in der Praxis hält sich kaum ein großer Anbieter daran.

„Trifft den Veranstalter eine Schuld am Ausfall, können ebenso weitere Schäden durch diesen zu ersetzen sein.“

Schreibt die Verbraucherzentrale

Was alles bei einer Absage passiert, hat die Verbraucherzentrale hier zusammengefasst:
https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/vertraege-reklamation/kundenrechte/festivals-konzerte-und-sportveranstaltungen-von-abbruch-bis-zu-kurz-12793

Nach zwei Mails hat mir Eventim die Gebühren immerhin „aus Kulanz“ zurückerstattet Aber warum muss ich überhaupt darum kämpfen? Warum müssen Kunden konsequent für Risiken zahlen, die die Branche selbst längst abgesichert hat? Wenn das Event vom Veranstalter abgesagt wird, dann soll er auch die Servicegebühren zahlen!

Am bittersten ist: Die größten Probleme hat man fast immer mit den größten Händlern. Genau denen, die am meisten verdienen und am besten abgesichert sind. Solange diese Händler eine solche Macht haben und selbst auf Urteile nicht viel geben, wird sich am System nichts ändern.

Markiert:

Für den Newsletter anmelden

Bleiben Sie auf dem Laufenden mit unserem Newsletter. Abonnieren Sie diesen jetzt und verpassen Sie kein Update!