Die Live-Event-Branche steht an einem Wendepunkt. Festivals und Clubs kehren zurück — aber nicht ins Gewohnte. Hohe Kosten, veränderte Lebensstile und neue Formen der Musikauswahl sorgen dafür, dass sich nicht nur was wir erleben, sondern wie wir es erleben, grundlegend wandelt. Im Zentrum dieser Entwicklung steht die Generation Z – und sie ist nicht einfach nur eine neue Zielgruppe, sondern eine treibende Kraft.
Der aktuelle Report von TicketSwap und dem Amsterdam Dance Event basiert auf einer Befragung von über 8.000 Festival- und Club-Fans aus Europa.
Line-Up bleibt König – aber drumherum zählt das Erlebnis
Ein Ergebnis sticht deutlich hervor: Für 86 % der Festival-Besucher ist das Line-Up der entscheidende Faktor, ob sie hingehen – und 42 % geben an, schon mal ein Event komplett ausgelassen zu haben, weil das Line-Up sie nicht überzeugt hat.
Das zeigt: Auch wenn sich vieles verändert – die Musik selbst und wer auf der Bühne steht, bleibt zentral. Gleichzeitig wächst aber die Bedeutung von Bühne, Licht, visueller Inszenierung und Überraschungselementen. So sagen 78 % der Gen Z-Befragten, dass Bühne, Licht und Art-Direction bei einem Event „core“ seien.
Mehr noch: Mehr als die Hälfte der Gen Z‐Teilnehmer wünscht sich Überraschungseffekte und unangekündigte Acts. Ein klares Signal dafür, dass einfache Programme nicht mehr reichen, sondern Erlebnisse mit Wow-Momenten gefragt sind.
Entdeckung, Gemeinschaft und digitale Gewohnheiten
In der digitalen Musikwelt von Gen Z gilt: Entdeckung ist nicht mehr nur über Freunde oder Flyer – Instagram und TikTok bestimmen mit. 79 % der Gen Z geben an, durch Instagram beeinflusst zu werden beim Ticketkauf, und 29 % sagen, dass TikTok eine Rolle bei der Entdeckung von Events spielt – im Gegensatz zu nur 4 % der Baby-Boomer.
Darüber hinaus ist Gemeinschaft kein nice-to-have mehr – sie ist Teil des Event-Erlebnisses. 62 % der Gen Z-Befragten sagen, dass das Gefühl von Zugehörigkeit ein wichtiger Faktor bei der Eventwahl ist.
Das heißt: Wer heute ein Festival oder Club-Event plant, muss nicht nur musikalisch überzeugen. Die Marke, das Storytelling, die Community-Ansprache zählen mit.
Kaufverhalten im Wandel – Late Tickets, Resale, Individualität
Auch das Ticket-Verhalten hat sich stark verändert. Fast die Hälfte der Gen Z kauft über Resale-Plattformen, 43 % warten bis zur letzten Minute mit dem Kauf. Frühbucherangebote verlieren an Bedeutung bei dieser Generation.
Das heißt für Veranstalter: Preisstrategien müssen flexibler werden. Resale, Last-Minute Angebote und dynamische Ansprache sind wichtiger denn je. Ein starres Early-Bird-Modell genügt nicht mehr.
Fazit: Die Reise geht weg vom Status-Quo
Die Analyse macht klar: Der Markt der Live-Events verändert sich von Grund auf und diejenigen, die mitgehen, haben Chancen. Für Veranstalter, Club-Owner und Festivalmacher heißt das konkret:
- Musik bleibt zentral, aber das Line-Up reicht nicht allein. Visuelle Inszenierung und Überraschungselemente sind essenziell.
- Marketing und Kommunikation erfolgen zunehmend über soziale Medien – vor allem in Kurzform und mit hoher Authentizität.
- Community-Fokus gewinnt: Events müssen nicht nur stattfinden, sondern sich wie „ein Zuhause“ anfühlen für die Besucher.
- Kaufwege und Preismodelle müssen modern gedacht werden: Resale, Last-Minute und digitale Erlebnisangebote werden normal.






